Lombachalp

EuroBirdwatch - Faszination Vogelzug auf der Lombachalp, 4. Oktober 2026

In der Dunkelheit startend machte sich das Leiterteam auf den Weg bis Winterröscht – Läger. Der Tagesanbruch versprach bereits einen wunderbaren Tag. Kaum die Spektive aufgestellt und das Fernglas umgehängt zogen schon tief ziehenden Buchfinken und Erlenzeisige die Aufmerksamkeit auf sich. Birkhühner kollerten weiter unten. Da erhoben sich vom Bolberg fliegend fünf dunkle stattliche Vögel, deren Silhouette und Flügelschlag nicht zu Krähen passten. Es waren denn auch Birkhühner, die in einem Kreis und Schlaufe Richtung Winterröscht die Beobachter mit ihren Flugkünsten verblüfften. Ringdrossel liessen sich relativ nah beobachten und unter rastenden Misteldrosseln zeigte sich auch eine Rotdrossel. Die Wiesenpieper tauchten immer wieder auf, wohl wissend, dass ihr Piepen sich für manche Ohren partout nicht von dessen des Bergpiepers unterscheiden will.

Bereits die munteren Rufe der Heide- und Feldlerchen liessen die Artenzahl weiter ansteigen, bis dann auch das gedehnte Psiiiih den Rotkehlpieper verriet.

Zwischenzeitlich war die Zahl der Beobachtenden und Interessierten auf eine stattliche Anzahl angewachsen. Marco berichtete viel über den Vogelzug und die Beobachtenden erhielten Tipps und Hinweise, wie sich auch ähnliche Arten im Flug mittels eindeutigen Merkmalen identifizieren lassen – Übung macht den Meister.

Die Greifvögel liessen sich Zeit. Die lokalen Turmfalken überbrückten mit ihrem Rüttelflug die Flugpausen der Durchzieher. Ein Mäusebussard, posierend auf einem Pflock, narrte mit seinem speziellen Federkleid den Beobachter.Kaum am Horizont erspähbar wurde die Rohrweihe aufgrund ihrer Flugweise und ihrem hellen Kopf als interessantes Flugobjekt eingestuft. Sie konnte lange beobachtet werden, bis sie am Bolberg vorbeigezogen war. Steinadler liessen sich zuerst in der Ferne und später in relativer Nähe beobachten, imponierend durch ihre Grösse und ihrem Girlandenflug. Auch Rotmilane zeigten sich. Die nächste Weihe mit ihrem weissen Bürzel löste nach ihrem Durchziehen ein Studium der Literatur aus, um die Merkmale der bereits als Korn- identifizierten Weihe zu plausibilisieren.

Schliesslich zog ein keck ziehender kleiner Falke seine Aufmerksamkeit auf sich. Schnurstracks flog er auf die Beobachtenden zu, hielt sich etwas links oben von ihnen, passierte den höchsten Punkt (und der “Berg” sei ein drittes Mal erwähnt) des Bolbergs und landete unerwartet auf der nächsten Tannenspitze. Die anwesenden Spektive richteten sich wie dirigiert auf den gelandeten Punkt aus und siehe: der Merlin war da! Es war sehr nett von ihm, liess er sich von den Anwesenden beobachten! Nach dieser gelungenen Überraschung zeigten zwei Wanderfalken, von welchem Kaliber sie denn sind. Schliesslich überflog auch noch ein Baumfalke das Läger.

Nach diesem Falkenschlussbouquet auch noch Fakten:

Ort: Lombachalp /Winterröscht; Datum: 4. Oktober 2026; Was: Beobachtungs-/Informationsstand; Vögel insgesamt: 4940, davon Buchfinken 3210, Erlenzeisige 880, Wiesenpieper 143, und unter den restlichen rund 47 andere Arten; Anzahl Teilnehmende und Interessierte: gegen 50; Organisation: NVVM und Vogelschutzverein Bödeli (VVB).​

Ein interessanter und schöner Anlass ging zu Ende. Für das grosse Interesse und den regen Austausch dankt der NVVM allen Teilnehmenden! Bis zum nächstens Mal!

Cornelia Achermann-Weber