Team Irre Irrgäste

Bird Race 2026 – Team Irre Irrgäste

Team Irre Irrgäste (Brigitte Sommer, Carmen Bezençon, Manfred Messerli, Monika Hostettler)

24 Stunden zwischen Vogelglück, Schlafmangel und völliger Orientierungslosigkeit

Freitagabend, 21:00 Uhr: Während normale Menschen langsam ins Wochenende starten, beginnt für das Team Irre Irrgäste der ganz normale Wahnsinn: die Bird Race 2026. Der Start könnte kaum passender sein: Eine Schleiereule eröffnet unsere persönliche "Jagd" nach möglichst vielen gefiederten Arten. Ein gutes Omen – schliesslich passt eine Eule hervorragend zu einem Team, das freiwillig mitten in der Nacht durch die Gegend zieht.

Samstag, 06:15 Uhr – Der Damm im Fanel

Die Nacht ist kurz, aber der Kaffee muss warten. Um 7 Uhr stehen wir auf dem Damm im Fanel. Die Natur erwacht – und wir versuchen, es ihr gleichzutun. Schon früh zeigt sich, dass sich das frühe Aufstehen gelohnt hat: Fischadler am Fischen! Ein echtes Highlight gleich am Morgen und ein Motivationsschub für alle, die innerlich noch im Bett liegen.

Danach folgt die wohl wichtigste strategische Phase jeder Bird Race: Frühstück. Schliesslich kann man nicht mit leerem Magen erfolgreich Vögel zählen. Und spätestens jetzt ist klar: Ohne Kalorien keine Arten!

Gestärkt geht es wieder los. Wir durchstreifen weiter das Fanel und halten Ausschau nach allem, was Federn hat, fliegt, schwimmt, hüpft oder sich zumindest verdächtig danach verhält. Jede Art wird gefeiert: einige etwas mehr (Kiebitzregenpfeifer) - andere etwas weniger (Mittelmeermöwe).

Kulturlandschaft – Purpur im Programm - die Fahrt geht nun durch die Kulturlandschaft. Die Müdigkeit ist inzwischen ein ständiger Begleiter, aber die Artenliste wächst und wächst. Und dann zeigt sich ein besonderer Höhepunkt: ein Purpurreiher! Majestätisch steht er da, hebt ab und dreht eine Runde über unseren Köpfen – als hätte er gewusst, dass wir gerade dringend einen weiteren Motivationsschub brauchen. Ein wunderschöner Fund und definitiv ein Vogel, der auf einer Bird-Race-Liste nicht fehlen darf.

Später: mit dem Zug auf nach Yverdon! Endlich eine kurze Pause mit Verpflegung im Zug. Mit dem Fahrrad geht's zur gefluteten Fläche in Yverdon, wo Sichel- und Zwergstrandläufer auf uns warten. Die Beine werden schwerer, die Konzentration schwankt zwischen „Was für ein wunderschöner Vogel!“ und „War das gerade überhaupt ein Vogel?“. Doch dann kommt nochmals richtig Bewegung in die Sache: Limikolen! Viele Limikolen!

Letzte Station ist schliesslich die Bucht Embouchure de Mujon. Wir erhalten einige Tips, was hier noch zu finden ist. Wer findet die Spiessente in den vielen Enten? Hilfsbereite Profis helfen uns, die Nadel im Heuhaufen zu finden 🤩 Es ist schon nach 19:00 Uhr, Doch die Ausdauer zahlt sich aus. Es wartet ein weiterer besonderer Fund auf uns: das Tüpfelsumpfhuhn! Und gleich zwei. Klein und gut versteckt. Für uns aber ein weiterer Grund zum Jubeln und ein ganz besonderer Eintrag auf der Liste. Am Ende stehen 91 verschiedene Vogelarten auf unserer Bird-Race-Liste. Wir erreichen damit den 49. Rang (von 100 Teams) und den hervorragenden 6. Rang auf der Spendenliste. HERZLICHEN DANK an die vielen Naturbegeisterten, welche uns so tatkräftig unterstützt haben 🤩🤩🤩

Insgesamt wurden über CHF 230'000 für die Naturjuwelen plus gesammelt - ein super Ergebnis und Rekord!

Fazit: Das Team Irre Irrgäste hat bewiesen:

Man braucht nicht unbedingt Schlaf.

Man braucht nicht unbedingt Orientierung.

Man braucht auch nicht unbedingt einen Plan.

Aber man braucht gute Augen, schnelle Bestimmung, ein gutes Team – und eine gewisse Bereitschaft zum Vogel-Irrsinn. Und die wichtigste Erkenntnis? Nach dem Bird Race ist vor dem nächsten Bird Race.

Monika Hostettler