Fledermäuse

Exkursion zu den Fledermäusen 15.8.2025

Zusammen mit dem Museum Münsingen führten wir im Rahmen der Ausstellung Aare eine Abendexkursion zum Thema Fledermäuse durch. Unter kundiger Leitung von Rob van der Es und ausgestattet mit Fledermausdetektoren machten wir uns vom PZM aus auf den Weg zur Giesse. Wir mussten nicht lange warten, bis die erste Zwergfledermaus durch den Detektor (bei 45 kHz) angezeigt wurde. Wir sahen diese häufige und im Siedlungsgebiet präsente Fledermausart in der Dämmerung jagend und an der Giesse Wasser trinkend. Beim Rundgang via Hornusserplatz Walke und Hunzigenau zurück zum Psychiatriezentrum gelang es uns, zwei weitere Fledermausarten mittels Detektor nachzuweisen: die Mopsfledermaus und die Wasserfledermaus. Bereits zu Beginn der Exkursion konnten wir die Präparate von zwei weiteren Arten aus der Nähe besichtigen (Fransenfledermaus und Zweifarbfledermaus).

In der Schweiz wurden bisher insgesamt 30 Arten von Fledermäusen nachgewiesen, im Kanton Bern 21 Arten. Die sichere Artbestimmung mittels bioakustischer Methoden ist häufig anspruchsvoll und benötigt die Expertise von erfahrenen Bestimmer/-innen. Dank der Detektoren, die die Ultraschall-Fledermausrufe in den hörbaren Frequenzbereich umwandeln, wird man jedoch eher auf Fledermäuse aufmerksam und kann anhand der angezeigten Hauptfrequenz und des Rufs (Rufform, Rhythmus) eine erste Artbeurteilung vornehmen. Dabei gilt es zwischen den Ortungsrufen, die der Orientierung dienen, und den Soziallauten, die der innerartlichen Kommunikation dienen, zu unterscheiden.

Fledermäuse sind bedroht und alle Arten sind geschützt. Zu den Bedrohungen gehören u.a. die in der Landwirtschaft eingesetzten Pestizide, die Lichtverschmutzung sowie Gebäudesanierungen, die nicht durch den Fledermausschutz begleitet werden oder bei denen die Fledermäuse erst während der Bauarbeiten entdeckt werden. Fledermäuse dürfen nicht gestört, gefangen, verletzt oder getötet werden, ebenso dürfen ihre Quartiere nicht zerstört werden.

Stefan Boller